Klaus J. Bade

Prof. Dr. phil. habil., geb. in Sierentz (Elsass) 1944, o. Univ. Prof. em. (Neueste Geschichte), Universität Osnabrück bis 2007, lebt seither in Berlin. Historiker, Migrationsforscher, Politikberater. Begründer des Osnabrücker ›Instituts für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien‹ (IMIS), des ›bundesweiten Rates für Migration‹ (RfM) und der ›Gesellschaft für Historische Migrationsforschung‹ (GHM); Gründungsvorsitzender des auf seine Konzeptidee zurückgehenden Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) von Ende 2008 bis Mitte 2012; Fellowships: Center for European Studies, Harvard Univ.; St. Antony’s College, Oxford Univ.; Wissenschaftskolleg zu Berlin; Institute for Advanced Study der Niederländischen Akademie der Wissenschaften (NIAS); Leiter deutscher und internationaler wiss. Forschungsprojekte; Mitglied zahlr. wiss. Vereinigungen, Kommissionen, Kuratorien und Beiräte. Autor und Herausgeber und Mitherausgeber von rund 50 Büchern und zahlreichen anderen Veröffentlichungen zur Kolonialgeschichte, zur Sozial-, Kultur- und Wirtschaftsgeschichte sowie zur Entwicklung von Bevölkerung und Wanderung in Geschichte und Gegenwart.

Beruflicher Werdegang

  • Wahl durch die Mitglieder zum Vorsitzenden des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR), Januar 2009 (Abschied auf eigenen Wunsch zum 1.7.2012);
  • Berufung in den neu gegründeten Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) und Ernennung zu dessen Gründungsvorsitzendem durch die Stiftungen, Oktober 2008;
  • Emeritierung zum 1. Oktober 2007.
  • Berufung auf den Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i.Br. 1993 (abgelehnt);
  • Begründer und Herausgeber/Mitherausgeber der ’Studien zur Historischen Migrationsforschung‘ (SHM);
  • Begründer und Herausgeber/Mitherausgeber der ’Schriften des Instituts für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien‘ (IMIS-Schriften) und der ’Beiträge des Instituts für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien‘ (IMIS-Beiträge);
  • Begründer und Vorstand (1991–97 Gründungsdirektor, 1997–2007 Vorstand, 2002–05 Direktor) des interdisziplinären ’Instituts für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien‘ (IMIS) der Universität Osnabrück;
  • Berufung auf den neu eingerichteten Lehrstuhl für Neueste Geschichte (19./20. Jahrhundert) der Universität Osnabrück 1982;
  • Ernennung zum Prof. a. Z. für Neuere und Neueste Geschichte, FAU Erlangen-Nürnberg 1981;
  • Lehrstuhlvertretung für Neuere und Neueste Geschichte, Universität Augsburg 1980/81;
  • Habilitation mit Lehrbefugnis für Neuere und Neueste Geschichte, FAU Erlangen-Nürnberg 1979;
  • Studium von Geschichte, Germanistik, Politik- und Sozialwissenschaften, Promotion an der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg 1972;

Fellowships/Gastprofessuren/Stipendien

  • Fellow am Netherlands Institute for Advanced Study (NIAS) der Kgl. Niederländischen Akademie der Wissenschaften 1996/97 und 2002/03.
  • Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin 2000/01;
  • Akademie-Stipendiat der VolkswagenStiftung 1991;
  • Fellow/Visiting Professor am St. Antony’s College, Oxford University 1985;
  • Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (Habilitanden-Stipendium) 1977/78;
  • Fellow am Center for European Studies, Harvard University, 1976/77;

Auszeichnungen u.a.

  • Ehrenpreis der Türkischen Gemeinde Deutschlands 2008;
  • Verdienstkreuz Erster Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland 2007;
  • Jahrespreis der Helga und Edzard Reuter-Stiftung 2006;
  • Möser-Medaille der Stadt Osnabrück 2004/05;
  • Philip Morris Forschungspreis 2002;

Forschungsprojekte (Drittmittel) u.a.

  • Handbuch ‚Migration und Staat in Deutschland seit dem 17. Jahrhundert‘, zus. m. J. Oltmer (Niedersächs. Vorab der VolkswagenStiftung, 2006-2009).
  • Enzyklopädie Migration in Europa vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart (Netherlands Institute for Advanced Study (NIAS), Wissenschaftskolleg zu Berlin, Fritz Thyssen-Stiftung, Stiftung Bevölkerung – Migration – Umwelt), 2001–2007;
  • Migration und Politik in der Weimarer Republik (Fritz Thyssen Stiftung), 1998–2001;
  • Espelkamp – Geschichte eines Integrationsmodells (NRW-Stiftung, Aufbaugemeinschaft Espelkamp, Stadt Espelkamp, Interessengemeinschaft Espelkamper Unternehmer), 1996–1999;
  • Spannungsausgleich im Eingliederungsprozeß: Niedersachsen seit der Nachkriegszeit (VolkswagenStiftung), 1993–1996;
  • Auswanderung aus der Berghauptmannschaft Clausthal nach Südaustralien in der Mitte des 19. Jahrhunderts (VolkswagenStiftung), 1992–1995;
  • German and American Migration and Refugee Policies, Steering committee (American Academy of Arts and Sciences / German-American Council), 1992–1996;
  • Bundesnetzwerk Migration – Integration – Minderheiten (Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, Freudenberg Stiftung), 1991–1993;
  • Westdeutsche Wanderungspolitik, internationale Wanderungskooperation und europäische Integration 1945–1961 (VolkswagenStiftung), 1991–1994;
  • Integration von Flüchtlingen und Vertriebenen in Osnabrück und im Osnabrücker Land (Niedersächs. VW-Vorab), 1984–1987;

Mitgliedschaften

Wissenschaft u.a.:

  • Verband der Historiker Deutschlands;
  • Deutscher Hochschullehrerverband;
  • Arbeitskreis für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen;
  • Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück, Konzeptautor, Mitbegründer und Vorstandsmitglied (1991-97 Gründungsdirektor, 1997-2007 Vorstandsmitglied, 2002-05 Direktor);
  • Rat für Migration (RfM), Konzeptautor, Mitbegründer, Vorstandsmitglied (Stellv. Vorsitzender 1991–2006);
  • Gesellschaft für Historische Migrationsforschung (GHM), Konzeptautor und Gründungsvorsitzender, 1992–1996;
  • Sektion Migration und Ethnizität der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS);
  • Sachverständigenkommission für den Sechsten Familienbericht (’Familien ausländischer Herkunft in Deutschland‘) der Bundesregierung, 1996-1999;
  • Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BIB) beim Statistischen Bundesamt, Kuratorium, 2002-2007;
  • Forschungszentrum des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Wiss. Beirat, 2005ff.;
  • Arbeitsstelle Interkulturelle Konflikte und gesellschaftliche Integration (AKI) am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), Steuerungsgruppe, 2003-2007;
  • Scientific Advisor der German-Israeli Foundation (GIF), Bonn/Jerusalem;
  • Wiss. Beirat div. historischer Ausstellungen, u.a.: ’Von Fremden zu Frankfurtern‘ , Historisches Museum Frankfurt a.M., 2003/04; ’Hier geblieben: Zuwanderung und Integration in Niedersachsen seit dem Zweiten Weltkrieg‘, Nds. Landeszentrale für politische Bildung, Hannover, 2000–2002; ’Migration und Integration‘, Deutsches Historisches Museum Berlin, 2004/05; Deutsches Auswandererhaus Bremerhaven;
  • Scientific Committee, Global Migration History Project (Amsterdam, Paris, London, Moskau);
  • Advisory Committee des European Research Center on Migration and Ethnic Relations (ERCOMER), Utrecht, NL;
  • International Migration, Integration and Social Cohesion (IMISCOE), Network of Excellence, Sechstes Rahmenprogramm der EU-Forschungskommission;

 

Staat/Politik u.a.:

  • Unabhängige Kommission Zuwanderung, Gutachter, 2000/2001;
  • Sachverständigenrat für Zuwanderung und Integration der Bundesregierung (Zuwanderungsrat), Stellv. Vorsitzender, 2003/04;
  • Landeszentrum für Zuwanderung Nordrhein-Westfalen, Konzeptautor und Beirat (bis 2005);
  • Bündnis für Demokratie und Toleranz der Bundesministerien des Innern und der Justiz, Beirat, 2004-2008;
  • Beirat für Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, 2006-2010;
  • Integrationsgipfel der Bundesregierung, 2006/07 (Plenum, Arbeitsgruppe), 2007-2014;
  • Islamkonferenz der Bundesregierung, 2006/07 (Arbeitsgruppe 1: Grundsatzfragen);
  • Integrationsbeirat der Bundesregierung, 2011ff;
  • Kommission zu Fragen von Migration und Teilhabe des Niedersächsischen Landtages, 2014ff;

 

Stiftungen u.a.:

  • Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR), Konzeptautor und Gründungsvorsitzender, 2008-2012;
  • VolkswagenStiftung, Kuratorium, 2002-2012;
  • VolkswagenStiftung, Wiss. Beirat der Forschungsschwerpunkte ’Das Fremde und das Eigene‘ sowie ‚Die Konstruktion des Fremden’, 1993–2001 (Vorsitzender 1995ff.);
  • START-Programm der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, Kuratorium;
  • Otto Benecke Stiftung (OBS) und Akademie für Migration und Integration (OBS), Fachbeirat;
  • Auswahlgremien/Beratung bei Wettbewerben zum Themenbereich ‘Migration/Integration’ (z.B. Bertelsmann-Stiftung: Carl-Bertelsmann-Preis 1992: ‚Zusammenleben in einem multikulturellen Staat’; Bertelsmann-Stiftung/BMI 2004: ‚Erfolgreiche Integration ist kein Zufall. Strategien kommunaler Integrationspolitik’; Carl-Bertelsmann-Preis 2008: ‘Integration braucht faire Bildungschancen’;

 

Kirche u.a.:

  • Gemeinsame Kirchliche Arbeitsgruppe zum Problemfeld Asyl – Flüchtlinge – Migration, 1995-1997;
  • EKD-Kommission für Ausländerfragen und ethnische Minderheiten, 1993–1997;
  • Kammer Migration und Integration der EKD, 2013 – 2015;

 

Sonstige:

  • Deutsche UNESCO-Kommission, 1996/97;
  • Deutsche Stiftung für UNO-Flüchtlingshilfe, Präsidiumsmitglied;
  • Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge, Fachausschuss Migration und Integration;
  • Interkultureller Rat, Beirat, 2013ff.;
  • DeutschPlus, Erweiterter Vorstand, 2013ff.,
  • Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus, Gründungsmitglied, 2014;
  • Neue Medienmacher, Beirat, 2014ff.